Der Kampf gegen die Herkulesstaude – ein Overather Abenteuer an Agger und Sülz
Entlang der Agger und Sülz breitet sich eine Pflanze aus, die so majestätisch aussieht wie ihr Name klingt – und doch eine echte Gefahr darstellt: der Riesen- Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt. Was für Spaziergänger nur wie ein exotischer Hingucker wirkt, bedroht heimische Pflanzen, verdrängt Lebensräume und kann bei Berührung schmerzhafte Verbrennungen verursachen.
Doch in Overath hat sich eine Gruppe Bürger zusammengeschlossen, um diesem grünen Giganten die Stirn zu bieten: das Herkulex Team Overath.
Wie alles begann
2018 fasste Marion Oettinger, die Initiatorin der Gruppe, einen Entschluss: Die Herkulesstaude sollte nicht länger ungestört die Ufer der Overather Agger erobern. Die Stadt Overath stand sofort an ihrer Seite und übernahm die Entsorgung der ausgegrabenen Pflanzen.
Mit einer kleinen Truppe aus Nachbarn und Freunden begann die Mission – direkt „vor der eigenen Haustür“. Ihr Ziel: Die Aggerufer wieder für alle Overather zugänglich machen und den heimischen Pflanzen ihren Platz zurückgeben.
Ein Netzwerk wächst
Bald schon entstanden Kontakte zu engagierten Bürgern aus anderen Regionen, die ebenfalls gegen die Pflanze vorgingen. Ein lebendiger Austausch entwickelte sich – Tipps, Erfahrungen, kleine Tricks aus der Praxis. Seit 2022 sind Bürger an der Sülz aktiv und nun gibt es Team Agger und Team Sülz.
Durch diesen Wissens- und Erfahrungsschatz entschied das Herkulex Team, die ausgegrabenen Vegetationskegel künftig direkt auf den Wiesen zu belassen. Die Stadt hatte zuvor die Entsorgung übernommen, doch die neue Methode sparte Müllsäcke, Transportwege und Zeit – und funktionierte erstaunlich gut.
Die nachhaltigste Methode: Graben, prüfen, nachpflegen
Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Ausgraben der Vegetationskegel, also des oberen Wurzelbereichs. Die Pflanzen werden auf den Flächen liegen gelassen, vertrocknen oder werden von den Schnecken gefressen.
Regelmäßig wird kontrolliert, ob alles wirklich abstirbt oder ob sich doch ein hartnäckiger Kegel wieder ins Leben zurückkämpfen will.
Da die Samen der Herkulesstaude bis zu zehn Jahre im Boden überdauern, braucht es im Frühjahr eine sorgfältige Nachpflege. Doch der Aufwand sinkt von Jahr zu Jahr – ein Zeichen dafür, dass die Methode wirkt.
Ein Aufruf an alle, die an Agger und Sülz leben
Das Herkulex Team möchte weitere Bürgerinnen und Bürger ermutigen selbst aktiv zu werden und die Ausbreitung wirkungsvoller zu bekämpfen. Je mehr Menschen in angrenzenden Ortschaften an Agger und Sülz mithelfen, desto weniger Samen werden durch winterliche Hochwasser flussabwärts getragen. Die Gruppe steht dabei gerne beratend zur Seite.
Jede Unterstützung zählt. Und wirklich jede: Ob jemand einmal pro Woche, einmal im Monat oder einmal im Jahr mit anpackt – das Motto lautet „Jede Hand zählt“.
Koordination per Handy – und los geht’s
Die Gruppe organisiert sich unkompliziert über den Messengerdienst Signal. Dort taucht dann schon mal eine spontane Nachricht auf:
„Hab gerade Zeit – wo lohnt es sich weiterzugraben, und kommt jemand mit?“
Und oft genug findet sich jemand, der die Handschuhe überstreift und mitzieht.
Informationen zu den Aktionen bei Marion Oettinger, 0160 54 68 119 oder herkulex-overath@gmx.de
