Mehr Schutz für Mitarbeitende im täglichen Einsatz: Die Stadt Overath führt ab sofort Bodycams im städtischen Außendienst ein. Die neuen Kamerasysteme wurden jetzt im Rahmen eines Pressetermins vorgestellt und sollen bereits in den kommenden Tagen erstmals im Einsatz genutzt werden. Overath ist damit die erste Kommune im Rheinisch-Bergischen Kreis, die Bodycams im kommunalen Außendienst einsetzt.
Die Entscheidung zur Einführung der Kameras ist eine Reaktion auf die zunehmenden Belastungen und Konfliktsituationen, denen Mitarbeitende des Außendienstes im Arbeitsalltag ausgesetzt sind. Ob bei Parkverstößen, illegalen Müllablagerungen, Ruhestörungen oder anderen ordnungsrechtlichen Einsätzen – die Beschäftigten erleben immer häufiger verbale Anfeindungen, Bedrohungen und in Einzelfällen auch körperliche Übergriffe.
„Die Kolleginnen und Kollegen sind häufig allein unterwegs. Beleidigungen gehören inzwischen leider zum Alltag“, erklärte Stefan Malczewski aus dem Bereich Verkehr der Stadtverwaltung, der die Einführung der Bodycams federführend begleitet und umgesetzt hat. Körperliche Angriffe seien zwar selten, hätten jedoch ebenfalls bereits stattgefunden. Ziel der neuen Technik sei es deshalb insbesondere, deeskalierend zu wirken und den Mitarbeitenden mehr Sicherheit im täglichen Einsatz zu geben.
Auch Bürgermeister Michael Eyer betonte beim Pressetermin die Bedeutung der Maßnahme: „Unsere Mitarbeitenden leisten täglich wichtige Arbeit für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Overath. Dabei verdienen sie bestmöglichen Schutz und Rückhalt.“ Der Einsatz der Bodycams sei deshalb ein klares Signal für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.
Beigeordneter Jörg Schiefer machte deutlich, dass es sich bei den Kameras ausdrücklich nicht um ein Instrument zur Überwachung handele. „Die Bodycams werden nicht dauerhaft eingesetzt, sondern nur in konkreten Situationen aktiviert“, so Schiefer. Vor Beginn einer Aufnahme würden die betroffenen Personen darüber informiert.
Die Aufnahmen werden datenschutzkonform gespeichert und ausschließlich innerhalb des zuständigen Bereiches verarbeitet. Zugriff auf die Daten erhalten nur autorisierte Stellen. Vor der Einführung wurden die Systeme gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Datenschutzes, des Personalrates, der IT-Abteilung sowie des städtischen Außendienstes umfassend getestet und bewertet.
Zum Einsatz kommen Systeme des Herstellers Axon, die unter anderem auch bei der Polizei Nordrhein-Westfalen genutzt werden. Die Kameras verfügen über eine Weitwinkelaufnahme, Mikrofonfunktion sowie eine Live-Übertragung. Dadurch können Mitarbeitende im Hintergrund Einsätze in Echtzeit begleiten und im Bedarfsfall schnell weitere Unterstützung organisieren.
Die Live-Funktion ist dabei vorrangig für kritische Situationen vorgesehen. „Die Technik kann auch im Alltag unterstützen – etwa wenn Kolleginnen oder Kollegen kurzfristig eine zweite Einschätzung benötigen“, erläuterte Schiefer. Durch die integrierte Kommunikationsfunktion können Informationen unmittelbar zwischen Außendienst und Verwaltung ausgetauscht werden.
Die Bodycams werden künftig sowohl im Verkehrsbereich als auch im kommunalen Ordnungsdienst eingesetzt – beispielsweise bei Veranstaltungen oder Einsätzen wegen Ruhestörungen. Die Stadt verbindet mit der Einführung vor allem die Hoffnung auf einen respektvolleren Umgang im öffentlichen Raum und eine spürbare Entlastung für die Mitarbeitenden.
Auch aus dem Außendienst selbst wird die Einführung der Bodycams ausdrücklich begrüßt. Die Mitarbeitenden erhoffen sich vor allem eine deeskalierende Wirkung in angespannten Situationen. „Wir hoffen, dass man künftig weniger aggressiv angesprochen wird“, schilderte ein Mitarbeiter beim Pressetermin. Gerade in den vergangenen Jahren habe sich der Umgangston deutlich verändert.
„Es ist wie mit einer Versicherung: Man hofft, dass man sie nicht braucht – aber es ist besser, wenn man sie hat“, fasste Jörg Schiefer die Bedeutung der neuen Ausstattung zusammen.
Stadt Overath
Pressestelle
Pressemitteilung vom 21.05.2026
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