Die Stadt Overath informiert über den aktuellen Sachstand zur Instandsetzung der Aggerbrücke am Gut Eichthal.
Im vergangenen Jahr musste die Brücke kurzfristig gesperrt werden, nachdem sich ein sehr aggressiver Schadpilz in der Holzbeplankung ausgebreitet hatte. Trotz regelmäßiger Sichtkontrollen hatte sich der Befall innerhalb kurzer Zeit so stark entwickelt, dass akuter Handlungsbedarf bestand.
Seitdem arbeitet das Amt für Tiefbau und Grünflächen intensiv an einer nachhaltigen Lösung. Aufgrund der gemachten Erfahrungen ist vorgesehen, die Beplankung nicht erneut in Holz, sondern in glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) auszuführen, um die Dauerhaftigkeit zu erhöhen und vergleichbare Schäden künftig zu vermeiden.
Die Umsetzung der Maßnahme ist jedoch mit einem erheblichen planerischen, technischen und genehmigungsrechtlichen Aufwand verbunden:
- Für die Änderung der Materialität war zunächst die Abstimmung mit dem Landschaftsarchitekturbüro erforderlich, das die Urheberrechte aus dem ursprünglichen Architektenwettbewerb innehat.
- Darüber hinaus waren Genehmigungen der Unteren Wasserbehörde sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises einzuholen.
- Die Maßnahme unterliegt zudem förderrechtlichen Rahmenbedingungen, sodass Änderungen anzeigepflichtig sind und genehmigt werden müssen, um die Förderfähigkeit nicht zu gefährden.
Die Brücke befindet sich im Bereich der Agger innerhalb eines Fauna-Flora-Habitat-Gebiets und damit in einem ökologisch besonders sensiblen Raum. Entsprechend sind strenge naturschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten.
So dürfen beispielsweise bei der Bearbeitung der GFK-Bohlen entstehende Rückstände (GFK-Bohrmehl) nicht in die Umgebung gelangen, da es sich hierbei um potenziell umweltrelevante Stoffe handelt.
Darüber hinaus sind weitere Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:
- Die Ausführung der Arbeiten muss mit den Anforderungen des Hochwasserschutzes vereinbar sein.
- Eine konventionelle Einrüstung der Brücke ist aufgrund statischer Anforderungen sowie der Lage im Überschwemmungsgebiet nicht ohne Weiteres möglich; hierfür wird derzeit eine technisch angepasste Lösung erarbeitet.
- Zum Schutz der Tierwelt ist die Einbindung eines ornithologischen Fachgutachters erforderlich.
Neben dem Austausch der Beplankung ist auch eine weitgehende Erneuerung der Beschichtung der Brücke vorgesehen. Diese ist notwendig, um die Dauerhaftigkeit der Maßnahme sicherzustellen und zu vermeiden, dass die Brücke in wenigen Jahren erneut gesperrt werden müsste.
Der entsprechende Planungsauftrag wurde inzwischen erteilt. Die Stadt geht derzeit davon aus, dass die erforderlichen Genehmigungen und Detailplanungen bis Mitte des Jahres vorliegen werden. Die Durchführung der Arbeiten ist nach heutigem Stand für den Spätsommer vorgesehen.
Parallel wird der Holzsteg im Bereich zwischen den Pavillons und der Brücke zum Schulgelände hin überprüft und bei Bedarf instandgesetzt.
Die Stadt Overath wird weiterhin fortlaufend über den Stand der Planungen und der Bauausführung informieren.
Thorsten Steinwartz
Erster Beigeordneter
