Mehr als drei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung prägen Bilder, Zuschreibungen und Klischees über Frauen aus Ost- und Westdeutschland noch immer den gesellschaftlichen Diskurs. Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ nimmt diese Vorstellungen kritisch in den Blick und fragt nach ihren Ursprüngen, Wirkungen und Brüchen.
Die Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist vom 3. bis 27. März 2026 im Kreishaus Heidkamp zu sehen. Sie ist eine Kooperation des Kulturamts und der Gleichstellungsstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises und wird im Rahmen des Internationalen Frauentags sowie des Forums Ost-West präsentiert. Der Eintritt ist frei.

Inhalt der Ausstellung
Im Mittelpunkt stehen die Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik und der DDR in den 1970er- und 1980er-Jahren. Thematisiert werden unter anderem:
- das Spannungsfeld zwischen Erwerbsarbeit und Familie,
- politische Erwartungen und persönliche Selbstbestimmung,
- unterschiedliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume.
Dabei geht die Ausstellung gängigen Fragen nach:
Waren Frauen in Ostdeutschland tatsächlich emanzipierter?
Lebten westdeutsche Frauen überwiegend im traditionellen Rollenmodell?
Und lassen sich weibliche Lebensentwürfe überhaupt eindeutig entlang der Systemgrenzen trennen?
Ergänzt wird die historische Ausstellung durch zeitgenössische künstlerische Positionen von Künstlerinnen und Autorinnen aus Ost- und Westdeutschland. Diese eröffnen neue Perspektiven auf bis heute wirksame Narrative, Kontinuitäten und Brüche und laden dazu ein, tradierte Bilder zu hinterfragen und aktuelle Erfahrungen sichtbar zu machen.
Begleitprogramm
Vernissage
📅 Dienstag, 3. März 2026 | 19 Uhr
Die Ausstellungseröffnung findet in Anwesenheit der Kuratorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Clara Marz, sowie beteiligter Künstlerinnen statt.
Grußwort: Landrat Arne von Boetticher
Lesung „OstWestfrau – Wie wir wurden, wer wir sind“*
📅 Dienstag, 17. März 2026 | 19 Uhr
Lesung mit Franziska Hauser und Maren Wurster, Herausgeberinnen der gleichnamigen Anthologie. Die vielstimmige Essaysammlung thematisiert Prägungen, Zuschreibungen und vielfältige Lebensentwürfe von Ost- und West-Frauen – jenseits einfacher Zuordnungen.
Angebot für Schulklassen
Vortrag und Gespräch mit der DDR-Zeitzeugin Heidrun Breuer aus Bergisch Gladbach.
Anmeldung unter: kultur@rbk-online.de
Ausstellungsort und Öffnungszeiten
📍 Kreishaus Heidkamp
Am Rübezahlwald 7, 51469 Bergisch Gladbach
🕒 Öffnungszeiten:
Montag–Donnerstag: 8:30–16:30 Uhr
Freitag: 8:30–12:30 Uhr
Weitere Informationen: www.forum-ostwest.de
Kontakt Kulturamt: 02202 / 13-2770, kultur@rbk-online.de
