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Stellvertretende ehrenamtliche Schiedsperson gesucht

Veranstaltungen

Haben Sie Interesse am Amt der stellvertretenden Schiedsperson?

Ab 25.01.2021 ist in der Stadt Overath dieses Ehrenamt für die Dauer von fünf Jahren zu besetzen.

Der Stadtrat wählt aus den eingegangenen Bewerbungen die stellvertretende Schiedsperson. Nach der Wahl durch den Stadtrat bestätigt das Amtsgericht Bergisch Gladbach die Schiedsperson.

Die Schiedsperson muss nach ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten für das Amt geeignet sein.

Schiedsperson kann nicht sein, wer
• die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht besitzt
• unter Betreuung steht.

Schiedsperson soll nicht sein, wer
• das 30. Lebensjahr nicht vollendet hat
• seinen Wohnsitz nicht in Overath hat
• durch gerichtliche Anordnungen in der Verfügung über sein Vermögen beschränkt ist
• wer das 70. Lebensjahr vollendet hat.

Wenn Sie nach Ihrer Persönlichkeit und Ihren Fähigkeiten für dieses interessante und anspruchsvolle Ehrenamt geeignet sind und sich in diesem Gebiet engagieren möchten, sollten Sie sich schriftlich bewerben. Folgende Angaben müssen in der Bewerbung enthalten sein:

• Vor- und Zuname
• Geburtsdatum, Geburtsort
• Anschrift
• Beruf

Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.
Schicken Sie Ihre Bewerbung bitte an die Stadt Overath, Hauptamt, z. Hd. Herrn Dominique Ludwig, Hauptstr. 25, 51491 Overath oder per E-Mail (d.ludwig@overath.de). Die Bewerbungsfrist endet am 16.11.2020. Telefonische Auskünfte erteilt Herr Ludwig (02206/602-109).

Stadt Overath
Der Bürgermeister
Jörg Weigt

Informationen zum Schiedsamt

Amt und Aufgaben
Die Aufgaben des Schiedsamtes nehmen Schiedsfrauen und Schiedsmänner (Schiedspersonen) wahr. Sie werden vom Rat der Gemeinde auf die Dauer von fünf Jahren gewählt und nach der Wahl von der Leitung des Amtsgerichtes bestätigt.
Ihr Amt versehen die Frauen und Männer, die regelmäßig zwischen 30 und 70 Jahre alt und ihrer Persönlichkeit nach zur Streitschlichtung besonders befähigt sind, ehrenamtlich. Meistens findet die Schlichtungsverhandlung in ihrer Privatwohnung statt. Durch ihre Anteilnahme an den zu verhandelnden Sachen, durch die Bereitschaft, den Beteiligten zuzuhören und auf ihr Vorbringen einzugehen und durch die Herstellung einer ruhigen und entspannten Atmosphäre schaffen die Schiedspersonen die Voraussetzung dafür, dass die Parteien sich einigen und den sozialen Frieden wiederherstellen.

Wann kann das Schiedsamt helfen?
Der Gang zum Schiedsamt ist nicht immer vorgeschrieben, aber oft der schnellste Weg, um eine Auseinandersetzung unbürokratisch und kostensparend beizulegen.
In bestimmten Streitfällen müssen Sie, ehe Sie sich an das Gericht wenden können, zum Schiedsamt: In den sogenannten Privatklagesachen. Das sind Straftaten, bei denen die Staatsanwaltschaft Anklage nur dann erhebt, wenn sie ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung bejaht. Sieht sie ein solches öffentliches Interesse nicht, verweist sie den Bürger, welcher Strafanzeige - z.B. wegen einer "dummen Gans" oder einer ausgerutschten Hand - erhoben hat, auf den Privatklageweg. Das heißt, die betroffene Person muss sich selbst mit ihrer Klage an das Strafgericht wenden, wenn sie den Täter bestraft wissen will. Dies kann sie aber nur, wenn sie vorher versucht hat, sich mit der anderen beteiligten Person außergerichtlich zu versöhnen. Die Stelle, vor der diese notwendig durchzuführende Schlichtungsverhandlung stattfindet, ist das Schiedsamt.
Solche Privatdelikte sind z.B. Hausfriedensbruch, Beleidigung, leichte Körperverletzung, Bedrohung oder Sachbeschädigung.
Das Schiedsamt ist aber auch die berufene Stelle, mancherlei bürgerlich-rechtliche Streitigkeiten zu regeln, die im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung vor den Zivilgerichten zu entscheiden wären. Hier ist die Anrufung des Schiedsamtes nicht vorgeschrieben, sie geschieht vielmehr freiwillig. Gerade wenn es den Beteiligten bei Streitigkeiten des täglichen Lebens nicht in erster Linie um die Durchsetzung eines Rechtsstandpunktes, sondern um die Wiederherstellung guter Beziehungen zu den anderen Beteiligten geht, kann das Schiedsamt helfen. Dies ist insbesondere sehr häufig bei Nachbarschaftsstreitigkeiten aller Art der Fall.

Ablauf des Verfahrens
Der Papierkrieg findet nicht statt. Das Verfahren beim Schiedsamt ist denkbar unbürokratisch. Es wird eingeleitet durch einen Antrag, der den Namen und die Anschrift der Parteien, sowie den Gegenstand der Verhandlung enthält. Er kann der Schiedsperson schriftlich eingereicht oder vor ihr mündlich zu Protokoll gegeben werden. Die Schiedsperson setzt einen Termin fest, zu dem beide Parteien erscheinen müssen. Bleiben sie ohne genügende Entschuldigung aus, kann die Schiedsperson ein Ordnungsgeld verhängen.
Vor der Schiedsperson wird ausschließlich mündlich verhandelt. Die Parteien haben Gelegenheit, sich auszusprechen. Die Schiedsperson nimmt sich Zeit und hört ihnen genau zu, sie versucht, die bestehenden Spannungen abzubauen.
Ist man sich einig, wird ein Vergleich aufgesetzt, den beide Parteien unterschreiben. Damit ist er rechtswirksam. Dieses unkomplizierte Verfahren hat einen großen Vorteil gegenüber den meisten Prozessen: kurze Verfahrenszeiten.