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Overath

"Overath ist ein blitzblankes Dorf von kleinstädtischem Gehabe, mit alten schönen Bauten und einem hübschen Bahnhofsviertel. Man schätzt den Ort als Sommerfrische in waldreicher Umgebung und als eine der stimmungsvollsten und behaglichsten Idyllen im unteren ruhigen Aggertal mit seinen prächtigen Uferzenerien am rauschenden Fluß" (Hermann Ritter 1910) Die Beschreibung trifft heute in wesentlichen Aussagen eher zu als damals, nachdem das äußere Bild des Dorfes auffällig verschönert wurde und die Ortsdurchfahrt eine durchgehende Geschäftsstraße geworden ist, ergänzt um Verbrauchermärkte im Auel.
 
Das Gemeindezentum macht seiner Bedeutung alle Ehre. Im Ort Overath wird die schnelle Entwicklung der Gesamtgemeinde deutlich. Der Bevölkerungszuwachs des Hauptortes auf etwa 8.000 Einwohner liegt über dem Landesdurchschnitt und geht einher mit reger Bautätigkeit, der Ausweitung von Einzelhandelsangeboten, der Ansiedlung von Gewerbe und Industriebetrieben.
"Gerade wegen der Nähe zum Oberzentrum Köln, der landschaftlich reizvollen Lage im Bergischen Land und der guten verkehrlichen Anbindung an das überregionale Straßennetz dürfte diese positive Entwicklung auch weiterhin anhalten", heißt es in einem neuen Gutachten zum Gewerbeflächen-Entwicklungskonzept.

Obwohl die Autobahn Köln-Olpe (BAB 4) einen Großteil des Fernverkehrs aus dem Ort heraushält, wird Overath in hohem Maße angefahren, schlängeln sich Pkw und Lkw weiter durch die Hauptstraße.
 
Viel Bewegung hat es ab 1830 schon gegeben, als Overath Postwechselstation war und der gesamte Personen- und Güterverkehr zwischen Köln und dem Sauerland bis hin nach Siegen durch Overath gesteuert wurde.
Im Ort wurden damals eine große Zahl Pferde eingestallt, nicht eben selten 100 am Tage. Die Post fuhr Tag und Nacht und auf der vielbefahrenen, relativ schlechten Straße mußten häufig die Pferde gewechselt werden.
Die Fuhrleute fanden in Overath in 15 Gasthäusern Bewirtung und Unterkunft. Erst 1886 mit dem Bau der Siiegburger-Derschlager Bahn und 1910 mit Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Köln-Hoffnungsthal-Overath hörten die Pferdetransporte auf, gewann der Schienenverkehr zunehmend an Bedeutung.
Die derzeitige Regionalbahnverbindung nach Köln bewährt sich immer mehr als Verkehrsmittel der Zukunft.
Die ersten Siedler in Overath allerdings ließen sich von der Agger als Wegweiser leiten, siedelten an der "Achera", ursprüngliche Ortsbezeichnung (erstmals 1060 so genannt). Das sie den Wohnplatz in der Aue-Rodung an der Agger gewählt hatten, war offensichtlich Grund für die spätere Ortsbezeichnung "Ouerode" (um 1280) über "Ovverode" (1304) und "Overadt" (1582) bis zum heutigen Overath.

Der Ort wuchs um die im älteren Teil aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche herum. Sie ist der Hl. Walburga geweiht, birgt allerhand Sehenswürdigkeiten und ist die Mutterkirche der umliegenden Dorfkirchen der Gemeinde. 1953 wurde sie um einen modernen Kirchenraum erweitert.
 
1353 wurde die Pfarrkirche der Propstei St. Cyriakus einverleibt. Benediktinermönche vom Michelsberg in Siegburg wirkten fortan in Overath als Pfarrherrn und prägten nicht nur das religiöse Leben.

1803 wurde die Klosterniederlassung Cyriax aufgehoben.

Ältester Ortsteil von Overath ist die Kemenat, ein altes gräfliches Gut an der Kirche. Die älteste Niederlassung in Overath aber dürfte der Steinhof (jetziges Gebäude von 1662) gegenüber der Kirche sein, ein ehemaliger Herrensitz, heute verbunden mit dem Bürgerhaus. Kemenat, Kirche und Steinhof sind bis heute der zentrale Bereich von Overath, lebendige Geschichte aus vielen Jahrhunderten.
 
Geschichtliche Bedeutung für Overath hatte auch die Burg Bernsau, von der im heutigen Industriegebiet Hammermühle nur noch Mauerreste zu sehen sind.

Im Mittelalter war Overath bekannt durch Glockengießer. Ihr Ruhm hat dazu geführt, daß die Glocke gleichsam zum Wappenzeichen, Markenzeichen für die "Glockengemeinde" wurde.
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