Kultur an der Schiene
vom Bahnhof zum Kulturbahnhof

Bahnhof Overath um 1920
Das war einmal. Aber auch heute ist rund um den Bahnhof viel Leben. Einzelhandel, Wochenmärkte, Gastro-nomie, Kirmes, Karneval, Overather Frühling – all das spielt sich vor dem Bahnhof auf dem Bahnhofsplatz ab. Mittendrin jedoch drohte der Bahnhof zu verkümmern. Der Niedergang begann schleichend. Der Güterverkehr verla-gerte sich auf die Straße. Gleise wurden abgebaut. Stellwerke automatisiert. Personal abgezogen. Die Bahnanlagen wurden immer weniger gepflegt. Zwar blieben die hohen Fahrgastzahlen dank der günstigen Anbindung nach Köln, des City-Bahn-Taktbetriebes der Strecke und der Anlage eines Park & Ride - Platzes hinter den Gleisen erhalten, aber die Fahrkarte kam per Abo oder aus dem Automat und die Reisenden stiegen vom Auto, zu Fuß oder aus dem Bus kommend direkt in die Züge ein. Das Bahnhofsgebäude hatte keine Funktion mehr und verkam immer mehr. Die damalige Bahnhofsgaststätte führte ein kümmerliches Schattendasein.
Das war die Situation bis Mitte der 90er Jahre. Vielen Bahnhöfen in der Fläche ging es damals wie dem unsrigen. Sie waren – viele sind es leider noch heute – städtebauliche Schmuddelbuden.
Seinen Anfang nahm das ehrgeizige Projekt "Kulturbahnhof" im Jahre 2000, als die Stadt Overath sich um Zuschüsse für das damalige Förderprogramm "100 Bahnhöfe" bewarb, welches für den Erwerb und die Umgestaltung alter Bahnhofsgebäude zu neuen Nutzungsmöglichkeiten großzügige Zuschüsse vorsah.
Zug um Zug realisierte die Stadt dann den geplanten Umbau: zunächst bekam die ehemals unansehnliche Bahnhofskneipe durch den Pächter Kai Engelke ein neues Gesicht und wurde schnell Kultgaststätte und im wahrsten Sinne des Wortes zur "Stadtmitte".
Das Servicecenter der RVK eröffnete als nächstes und bietet jetzt für die Reisenden neben Fahrkarten auch Getränke, Erfrischungen, Zeitschriften und vieles mehr.

Bürgersaal im Kulturbahnhof




